Datenbrillen in Deutschland kaufen

Datenbrillen online kaufen – wird Google Glass in Deutschland erfolgreich?

Datenbrillen sind ein großes mediales Thema, seit Google Glass für Anfang 2014 angekündigt wurde und bereits rund 10.000 Test-User die Google-Ausgabe einer “Datenbrille” (die eigentlich keine Brille ist) bewertet haben. Google Glass scheint daher die ultimative, gar einzige Datenbrille überhaupt zu sein. Dabei gibt es in Wahrheit weitaus mehr Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich dieser Thematik angenommen haben. Apple forschte schon 2006 an einem vergleichbaren Projekt (und ließ es wieder in der Schublade verschwinden, weil die Zeit noch nicht reif schien), eine andere Entwicklung kommt vom deutschen Fraunhofer-Institut. Diese Datenbrille gilt als Europas Vorzeigeprojekt auf diesem Sektor, das sich in eine andere Richtung als die amerikanischen Pendants bewegt.

Was macht die “Datenbrille”?

Zunächst einmal: Es handelt sich um ein vor das rechte Auge geschobenes Glasprisma, auf das Bilder aus dem Internet, der bordeigenen Kamera oder einem mitgeführten Minicomputer projiziert werden und das an jede Brille angebracht werden kann. Hinzu kommen Kamera, Mikrofon, Lautsprecher (Ohrknochenhörer) und diverse Sensoren, selbst ein Touchpad, Übertragungsmöglichkeiten für WLAN und Bluetooth sowie alle nötigen Schnittstellen und Bedieneinrichtungen. Der Begriff “Datenbrille” wird sich durchsetzen, auch wenn der für das Google Glass zuständige Sergey Brin noch 2013 betonte, es sei “keine Brille, nur ein Glas!” Im Prinzip redet die Welt nur noch von der Datenbrille, bleiben wir also dabei. Diese Datenbrille erzeugt eine Augmented Reality, also eine erweiterte Realität, denn das Blickfeld des Nutzers wird mit Informationen und zusätzlichen Bildern angereichert. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig: Beispielsweise wäre es denkbar, auf einen Punkt in der Ferne zu fokussieren und die Entfernung bis dorthin angezeigt zu bekommen. Die Gesichtserkennung – von Datenschützern heftig kritisiert und wohl bislang noch nicht umgesetzt (oder öffentlich nicht zugegeben) – ist ein weiteres Feature, ebenso könnte zu die Brille zu Gebäuden der Umgebung die passenden Informationen liefern. Auch geschichtsträchtige Führungen wären denkbar, etwa in den Ruinen historischer Bauwerke wie dem römischen Kolosseum: Dort könnte der Computer Schlachten vor das Auge einspielen, wie sie dort in antiken Zeiten stattgefunden haben. Beim Fahrradfahren weist die Brille den Weg, bei einer Reparatur zeigt sie die Stelle, wo das Kabel festzuklemmen ist. Praktisch alles, was in eine Software und auf unser Gesichtsfeld passt, spielt die Datenbrille ein. Die reale Welt wird durch virtuelle Realität aufgepeppt – das ist das Prinzip der Augmented Reality, das es in anderen Anwendungen auch schon gibt. So zeigen etwa Ferngläser schon Entfernungen an, auf Smartphones werden Geodaten zur Umgebung eingespielt. Die Datenbrille macht das alles noch komfortabler und wirklichkeitsnäher.

Unterschiede zwischen Google Glass und der Brille des Fraunhofer-Instituts

Google Glass wird über die Stimme, Kopfbewegungen und einen Touchpad gesteuert, zudem können die Nutzer permanent online bleiben. Die mitgeführte Kamera ermöglicht die Interaktion mit dem Netz, alles Gesehene kann der Nutzer mit anderen teilen. Auch Games wären in der Echtwelt möglich. Über diese Features verfügt die Fraunhofer-Brille nicht, dafür aber über eine Augensteuerung, die als Weltinnovation gilt. In die Brille ist eine Kamera integriert, die nicht die Umgebung, sondern das Auge des Nutzers filmt, das mit Infrarotlicht aus der Brille angestrahlt wird (für den Menschen nicht sichtbar) und dieses reflektiert. Die aufgenommenen Daten verarbeitet ein Mikroprozessor, er misst die Blickbewegungen, kann Blinzeln ignorieren und damit die Fraunhofer-Brille so steuern, wie es der Nutzer vorgibt. Dieser ruft mit den Augen die digital eingespielten Inhalte ab und schafft sich so allein durch Augenbewegungen eine Augmented Reality, die wesentlich komfortabler gestaltbar sein könnte als mit Google Glass und seiner Gesten- und Stimmsteuerung. Das ganze, am Fraunhofer COMEDD entwickelte System nennt sich Eyetracking im OLED-on-CMOS basierten Mikrodisplay und soll beispielsweise bei freihändigen Arbeiten zum Einsatz kommen, bei denen der Nutzer permanente Informationen benötigt, ohne den Blick von seiner Haupttätigkeit abzuwenden – Chirurgen dürften das Paradebeispiel sein, aber auch Mechaniker bei kniffligen Aufgaben, Piloten oder Menschen, die etwa in großen Höhen arbeiten. Alltagsanwendungen haben die Fraunhofer-Forscher ebenfalls auf der Agenda: Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung, auch ältere Personen können mit ihren Augenbewegungen Signale aussenden, ein sehr praktischer und dabei harmlos erscheinender Nutzen wäre allein die Steuerung des Fernsehprogramms mit den Augen. Die Fraunhofer-Abteilung IOSB, zuständig unter anderem für Optronik, entwickelt derweil Programme zur Blickverfolgung, das gesamten Fraunhofer-Forschungsteam erhielt auf der diesjährigen CeBIT den Innovationspreis-IT 2013. Erste Interessenten testen derweil die Fraunhofer-Brille, es geht um Anwendungen für die Industrie und die Medizin, den Sicherheits- und Produktionsbereich. Wie Google Glass sind auch die Fraunhofer-Brillen noch Prototypen, die ihre Praxistauglichkeit erst beweisen müssen. Es gibt sie bereits in drei Probier-Varianten (“Kits”), die über Referenzanwendungen wie etwa “Panorama” verfügen, mit der auf einer Weltkarte der jeweils vom Nutzer angeblickte Ausschnitt vergrößert wird – allein durch Augenbewegungen. Auch das Auslösen einer Kamera und die Datenprojektion ins Blickfeld eines Nutzers sind mit den Fraunhofer-Brillen möglich.